Ich habe heute nachmittag in einer Zitatendatenbank mehrere Zitate von Sören Kierkegaard gefunden, die ich so gut und erfrischend fand, das ich sie hier einfach einmal zusammen trage. Sie folgen keinem logische Zusammenhang und sind ohne Quellenangaben, sind aber samt und sonders lesenswert.
Allein im Bewusstsein der Sünde gibt es den Zugang zum Christentum, auf einem anderen Wege hineinkommen wollen ist Majestätsverbrechen gegen das Christentum.
Beten heißt nicht: sich selbst reden hören. Beten heißt: stille werden und stille sein und hören, bis der Betende Gott hört.
Bist du ein Gelehrter, so gib Acht, dass du nicht über allem gelehrten Lesen vergessest, Gottes Wort zu lesen. Bist du ungelehrt, freue dich, dass du ohne Verzug Gottes Wort lesen kannst!
Das Christentum bedarf zuerst und vor allem dessen, dass ich lerne, wieso ich seiner bedarf.
Das Christentum ist keine Lehre sondern eine Existenz-Mitteilung. Christus hat keine Dozenten eingesetzt, sondern Nachfolger.
Das Evangelium weiß: das Verstehen kommt erst nach dem Gehorsam, nicht vorher.
Das Höchste, was ein Mensch vermag, ist, dass er sich von Gott helfen lassen kann. Gott dringend nötig zu haben, ist des Menschen höchste Vollkommenheit.
Das Ungeheure, das einem Menschen eingeräumt wird, ist die Wahl, die Freiheit.
Der Ernst ist eben, dass du und ich Sünder sind; der Ernst ist nicht die Sünde überhaupt, sondern des Ernstes Nachdruck liegt auf dem Sünder.
Die Aufgabe ist nicht, das Christentum vor den Menschen zu rechtfertigen; sie lautet, sich selbst vor dem Christentum zu rechtfertigen.
Die Bibel ist nicht dazu da, dass wir sie kritisieren, sondern dazu, dass sie uns kritisiert.
Die Christenheit hat Schluss gemacht mit dem Christentum, ohne das recht zu wissen.
Die meisten Menschen hasten so sehr dem Genuss nach, dass sie an ihm vorüberhasten.
Die rechte Nachfolge kommt nicht dadurch zustande, dass gepredigt wird: Du sollst Gott nachfolgen; sondern dadurch, dass man davon predigt, was Gott für mich getan hat. Begreift und empfindet ein Mensch dies recht tief und wahr, wie unendlich viel es ist, so folgt schon die Nachfolge.
Die Unendlichkeit und das Ewige sind das einzig Gewisse.
Die Wahrheit hat allezeit viel Verkündiger gehabt, aber die Frage ist, ob ein Mensch im tiefsten Sinne die Wahrheit erkennen will, sie sein ganzes Wesen durchdringen lassen will, alle ihre Konsequenzen annimmt und nicht für den Notfall ein Schlupfloch für sich selbst und einen Judaskuss für die Konsequenz bereithalten will.
Dies ist eine der für das ganze Christentum entscheidendsten Bestimmungen, dass der Gegensatz zu Sünde nicht Tugend ist, sondern Glaube.
Ein Mensch ruht dann in der Vergebung der Sünde, wenn der Gedanke an Gott ihn nicht an die Sünde erinnert, sondern daran, dass sie vergeben ist.
Einer kann über das ganze Christentum Bescheid wissen, sofern er aber im Übrigen meint, sein eigenes persönliches Verhältnis zum Christentum sei gleichgültig, so ist er ein Heide.
Einmal war es so: Der Mensch verstand nur wenig, aber das Wenige bewegte ihn tief. Heute versteht er viel, aber es bewegt ihn nicht oder doch nur oberflächlich.
Es gibt etwas, wovon du nicht weißt, sondern was du dir sagen lassen musst, und was du glauben sollst: Du bist in Sünde empfangen, in Übertretung geboren; du bist von Geburt an ein Sünder, in der Gewalt des Teufels; falls du in diesem Zustande bleibst, ist dir die Hölle sicher. Da hat Gott in unendlicher Liebe eine Veranstaltung zu deiner Erlösung getroffen, hat seinen Sohn geboren werden, leiden und sterben lassen. Glaubst du das, dann wirst du ewig selig. Dies wird dir verkündigt, diese frohe Botschaft!
Es gilt, eine Wahrheit zu finden, die Wahrheit für mich sein kann, die Idee zu finden, für die ich leben und sterben will.
Es ist nicht das Seltene, dass einer verzweifelt ist; nein, das Seltene ist, das sehr Seltene, dass einer in Wahrheit es nicht ist.
Es ist nicht zu glauben, wie schlau und erfinderisch die Menschen sind, um der letzten Entscheidung zu entgehen.
Es muss alles gut werden, weil Christus auferstanden ist.
Falls nicht das Sündenbewusstsein einen Menschen treibt, so muss der Mensch verrückt sein, um sich mit dem Christentum einzulassen.
Ich denke, wenn ich einmal ein ernster Christ werde, dann werde ich mich am meisten darüber schämen, dass ich dies nicht früher geworden bin, sondern erst alles andere habe versuchen wollen.
Ich erkenne die Wahrheit nur dann, wenn sie in mir zum Leben erwacht.
In einem Theater brach hinter den Kulissen Feuer aus. Der Pierrot trat an die Rampe, um das Publikum davon zu unterrichten. Man glaubte, es sei ein Witz und applaudierte. Er wiederholte seine Mitteilung; man jubelte noch mehr. So, denke ich mir, wird die Welt eines Tages untergehen.
Wie wunderbar - wunderbar, dass gerade der, der Hilfe bringen kann, dass gerade der sagt: Kommet her!
Wir sind verlorener, als wir zugeben wollen, und wir sind tiefer erlöst, als wir zu hoffen wagen.
Danke fürs Durchlesen!
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