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05.03.12

Pimp my Android - Teil 1: Der Akku

Pimp my Android - Teil 1: Der Akku

Man kennt das - man ist unterwegs, checkt kurz seine Mail oder schaut mit Google Maps schnell nach dem Weg, und schon wieder scheint der Akku um 10 % gefallen zu sein. Der Akku ist bei den meisten Smartphones (abgesehen von den Blackberrys) eine ziemliche Schwachstelle. Viele namhafte Hersteller arbeiten bei neuen Modellen an diesem Problem, aber bis dahin will ich heute euch einige Möglichkeiten aufzeigen, mit denen ihr die Akkulaufzeit wirklich bedeutend verlängern könnt.
Technische Angaben beziehen sich hierbei auf das Samung Galaxy S als das zurzeit am meisten verkaufte Android Smartphone - die Ausführungen gelten aber im Prinzip für jedes Android-Handy und sind sehr einfach übertragbar.

Es gibt drei wesentliche Punkte, mit denen ihr die Akkulaufzeit oder den "Drain" eures Handys verbessern könnt:

1) Der Kernel (30 %)
2) Das Betriebssystem (ROM) (30 %)
3) Das Verhalten von Apps und Programmen (40 %)
4) Das Userverhalten ( kann sehr unterschiedlich sein)


Prinzipiell gilt: Je schneller ein Handy und je hübscher die Oberfläche, desto hungriger der Akku (meistens). Zum Glück gibt es aber auch geniale Kombinationen, wo das nicht zutrifft und die Entwickler ganze Arbeit geleistet haben.


1) Der Kernel

Wenn ihr euer Handy definitiv nicht rooten wollt, weil ihr den Garantieverlust dadurch fürchtet, könnt ihr direkt zu Punkt 2) springen - wer neugierig ist, kann weiterlesen.

Der Kernel hat direkten Zugriff auf die Hardware und ist die unterste Schicht des Betriebssystems. Der von Samsung ausgelieferte Stock-Kernel  (Originalkernel) ist in vielen Punkten verbesserungswürdig, was Stabilität, Geschwindigkeit und Stromverbrauch angeht. Es gibt viele unterschiedliche Kernel; manche davon sind aber in ALLEN Bereichen gleichzeitig besser als der Stock-Kernel.

Dazu gehören meiner Erfahrung nach zum Beispiel:

Eine sehr gute Auflistung möglicher Kernel findet ihr hier.

Bedingung: Euer Handy muss gerootet sein! Am einfachsten geht das mit dem Tool SuperOneClick oder aber: ihr installiert den Kernel via Odin (ein ebenfalls sehr nützliches Tool), danach ist euer Handy in fast allen Fällen sowieso gerooted.

Darüber müsst ihr euch im Klaren sein - denn offiziell geht damit eure Garantie verloren. Trotzdem kann ich zu diesem Schritt nur raten - der Performanceboost gerooteter Handy ist eindrucksvoll und Android in sich sehr stabil  konstruiert - sein Handy zu "bricken" (nichts geht mehr) muss fast schon mutwillig versucht werden.
Hält man sich an die jeweiligenAnleitungen, kann eigentlich nichts schiefgehen. Zur Not lässt sich ein Handy auch wieder "unrooten", indem man beispielsweise die Standart-Firmware erneut installiert. Eine Anleitung für das Samsung Galaxy S findet ihr dazu hier. Auch SuperOneClick soll unrooten können, getested habe ich das jedoch nicht.

Installiert man ein CustomRom (ein Betriebssystem von der Community), wird in 90% der Fälle sowieso ein neuer und besserer Kernel vorher installiert, und damit wären wir auch schon beim zweiten Punkt.


2) Das Betriebssystem (ROM)


Das Betriebssystem eures Handys wirkt sich stark auf den Stromverbrauch der Schnittstellendienste wie Kamera, GPS, Bluetooth oder WLAN aus. Falls ihr beim Stock-Rom (von eurem Hersteller ausgelieferten ROM) bleiben wollt, dann solltet ihr auf die neueste Version updaten. Je nach Gerätetyp ist die aktuellste Android-Version sehr unterschiedlich; allgemein gilt: je höher die Version, desto besser die Energienutzung. Von daher - nutzt die Synchronisationssoftware (wie Samsung Kies), um auf der neuesten Version zu bleiben!

Ansonsten wechselt zu einem der Community Roms (Custom Roms). Zahlreiche Fixes in diesen Roms verbessern die Leistung eures Handys signifikant und senken oftmals gleichzeitig den Energieverbrauch. Der Unterschied ist beeindruckend.

Folgende Roms (Ausschnitt) haben sich hinsichtlich Schnelligkeit und Verbrauch bewährt:
Vom CyanogenMod muss ich leider abraten (obwohl diese ROM brilliant ist, ist ihr Akkuverbrauch sehr hoch).

Wie schon erwähnt, wird beim Installieren einer neuen ROM das Handy automatisch gerooted. Wer das nicht will, dem bleibt noch Punkt 3 und 4.


3) Das Verhalten von Apps und Programmen

...im Detail zu steuern, wäre viel zu aufwendig. Zum Glück gibt es gute Apps, die das übernehmen können. Sie steuern euren Datenstrom in sogenannten Polls - kurze Syncronisationszeiträume - und kappen die Datenverbindung dazwischen. Ebenso achten sie darauf, dass beispielsweise WLAN, GPS oder Bluetooth nicht angeschaltet sind, wenn ihr das Handy nicht benutzt. Durch diese Instrumente lassen sich deutliche Einsparungen erzielen, ohne dass etwas vom "Lifestyle" verloren geht - wenn man denn die App richtig konfiguriert.

Da wäre zum Beispiel die App Juice defender (auch hier im Market zu finden), die die Energieverwaltung eures Smartphones übernehmen kann und dies auch sehr gut tut. Mit der Ultimate Version (kostenpflichtige Version; es gibt Gerüchte, dass diese APK der App im Internet auch so zu finden sei) des Juice Defenders lässt sich eine sehr genaue Konfiguration de Energiemanagements erreichen. Es lohnt sich, die Einstellungen einmal genau durchzulesen und die passenden Einstellungen auszuwählen. Ein Einspareffekt von über 50 % Energieverbrauch ist keine Seltenheit.

Eine gute, die wichtigsten Punkte ansprechende Anleitung zur Konfiguration des Juice Defenders findet ihr hier.

Es gibt auch andere Batterysaver, der Juice Defender ist bisher für mich der verlässlichste.


4) Das Userverhalten

...trägt auch viel zum Verbrauch bei. Folgende Grafik zeigt das gut:
Picture
Stromverbrauch verschiedener Aktivitäten beim SGS II. Grafik von http://www.androidig.de
So verbraucht zum Beispiel die Kamera oder ein Foto sehr viel mehr Strom, als wenn man Musik hört.

Was wiederum bedeutet: wenn ich den ganzen Tag unterwegs bin, sollte ich Fotos mit dem Handy vermeiden. - Die moderneren Handys haben zum Glück bessere Akkulaufzeiten; aber das Verbrauchsverhalten seines Smartphones generell zu kennen, kann nicht schaden.

Wenn ihr irgendwelche Fragen habt, schreibt einen Kommentar oder eine PN...