14.06.12

Gedankenzeichen






Gedankenzeichen

(zu "Perfect Darkness"/"Foot in the Door" - Fink)

Letzter süßer Schluck
aus meiner Tasse Kaffee
während die Banalität des Lebens und Leidens
an meiner Hängematte vorüberzieht.

Wortklänge und Klangworte richten mich auf
so kann ich stehend den Untergang sehen
von Illusionen und Träumen, die man hatte
und verliert, wie Kinder zu Grabe trägt.

Kraftvoller Punkt.

Der Kaffeering gräbt sich auf dem Schreibtisch ein,
die lächerlichen Jahresringe eines Alltags.
Oft auf der Jagd nach Inspiration
zwischen Stau auf der Autobahn und LCDs

Unverbindlicher Bindestrich  - 

- und doch hat jedes Zeichen seinen Sinn,
der nicht stimmig sein muss.
Jahrzehntelang schärfen wir die Gabe der Mustererkennung
und erschauen das eigene Leben nicht.

Die Fragen bleiben, 
die Antworten auch; 
sie finden aber selten zusammen, 
wozu auch,

Überraschend abschließendes Komma,

wenn die Pointe dieses Lebens erst klar wurde, nachdem der Witz schon erzählt ist - .



 

14.06.2012 // CrusNB

25.05.12

Apokalypse


 



Apokalypse

Als die letzten Lichter fielen
und sich in Schweigen die Welt einhüllte
senkte sich eine stumme Erkenntnis über die Himmel
Diese Welt wird so nie wieder sein

Und das wäre die bittre Erkenntnis
wenn uns nicht das Blätterfallen lehrte
das eine Hand das Fallen unergründlich hält
und sich das Heute verwandeln wird in ein Immer

Wo suchen wir unser Licht und was
bringt uns zum Schweigen, unsere vorlaute Rede -
Wahrheit erkennt nur das Herz, wo sucht es? -
wo endet mein Horizont nach so vielen Tagen?

Wenn die Zeit, dieses Heute, hineinfällt
wie ein Sandkorn im Strand sich verliert
im Anblick von Meer, den Wäldern, Gebirge
die eine neue Welt uns bereithält

und Dein Herz uns Erkenntnis lehrt.



NB
25.05.2012

03.05.12

Zu Allie Moss - Late Bloomer


 

Zu Allie Moss - Late Bloomer


Hülle mein Weinen in deine Lieder
Drücke den Abdruck der Schönheit in den Sand meiner Seele
Und flüstere es leise einmal wieder:
Vergib mir, liebe Seele, dass ich dich so quäle.-

Erstarkende Töne und Reime
Löcher der Seele und Licht, Gedanken voll Blut.
Ich binde mein Boot von der Leine
Und fahre ins Nichts. Die Ruhe tut gut.

Und finde in dem Wasser Lieder treiben
Beginne ihre Worte aufzuschreiben
Nehme diese Strophen mit an Land
Wo ich sie am nächsten Morgen fand.

Unverständlich - und mir doch bekannt.


 NB
03.05.2012 20:50

08.03.12

Vorfreude





Vorfreude


Ein Sonnenball zerhüpft von Dach zu Dach
die Spur aus Licht und warmen Tropfenflecken
Schon gehe ich gedankentastend nach
es ist wie ein sekündliches Entdecken

Im Frühling hält die Zeit an und vergibt
ganz ohne Zaudern zahlreiche Geschenke
ich fühle, wie das Leben wieder liebt
ich spüre, dass ich wieder leichter denke.-

Von den Hügeln, da purzeln hinunter am Spätnachmittag
die Bälle aus Licht und Sommergedanken
und trafen mich, der ich dort unten lag
und brachten meinen Alltags-Tag ins Wanken -

Für all die Schönheit möchte ich Dir danken.




08.03.2012 // NB

05.03.12

Pimp my Android - Teil 1: Der Akku

Pimp my Android - Teil 1: Der Akku

Man kennt das - man ist unterwegs, checkt kurz seine Mail oder schaut mit Google Maps schnell nach dem Weg, und schon wieder scheint der Akku um 10 % gefallen zu sein. Der Akku ist bei den meisten Smartphones (abgesehen von den Blackberrys) eine ziemliche Schwachstelle. Viele namhafte Hersteller arbeiten bei neuen Modellen an diesem Problem, aber bis dahin will ich heute euch einige Möglichkeiten aufzeigen, mit denen ihr die Akkulaufzeit wirklich bedeutend verlängern könnt.
Technische Angaben beziehen sich hierbei auf das Samung Galaxy S als das zurzeit am meisten verkaufte Android Smartphone - die Ausführungen gelten aber im Prinzip für jedes Android-Handy und sind sehr einfach übertragbar.

Es gibt drei wesentliche Punkte, mit denen ihr die Akkulaufzeit oder den "Drain" eures Handys verbessern könnt:

1) Der Kernel (30 %)
2) Das Betriebssystem (ROM) (30 %)
3) Das Verhalten von Apps und Programmen (40 %)
4) Das Userverhalten ( kann sehr unterschiedlich sein)


Prinzipiell gilt: Je schneller ein Handy und je hübscher die Oberfläche, desto hungriger der Akku (meistens). Zum Glück gibt es aber auch geniale Kombinationen, wo das nicht zutrifft und die Entwickler ganze Arbeit geleistet haben.


1) Der Kernel

Wenn ihr euer Handy definitiv nicht rooten wollt, weil ihr den Garantieverlust dadurch fürchtet, könnt ihr direkt zu Punkt 2) springen - wer neugierig ist, kann weiterlesen.

Der Kernel hat direkten Zugriff auf die Hardware und ist die unterste Schicht des Betriebssystems. Der von Samsung ausgelieferte Stock-Kernel  (Originalkernel) ist in vielen Punkten verbesserungswürdig, was Stabilität, Geschwindigkeit und Stromverbrauch angeht. Es gibt viele unterschiedliche Kernel; manche davon sind aber in ALLEN Bereichen gleichzeitig besser als der Stock-Kernel.

Dazu gehören meiner Erfahrung nach zum Beispiel:

Eine sehr gute Auflistung möglicher Kernel findet ihr hier.

Bedingung: Euer Handy muss gerootet sein! Am einfachsten geht das mit dem Tool SuperOneClick oder aber: ihr installiert den Kernel via Odin (ein ebenfalls sehr nützliches Tool), danach ist euer Handy in fast allen Fällen sowieso gerooted.

Darüber müsst ihr euch im Klaren sein - denn offiziell geht damit eure Garantie verloren. Trotzdem kann ich zu diesem Schritt nur raten - der Performanceboost gerooteter Handy ist eindrucksvoll und Android in sich sehr stabil  konstruiert - sein Handy zu "bricken" (nichts geht mehr) muss fast schon mutwillig versucht werden.
Hält man sich an die jeweiligenAnleitungen, kann eigentlich nichts schiefgehen. Zur Not lässt sich ein Handy auch wieder "unrooten", indem man beispielsweise die Standart-Firmware erneut installiert. Eine Anleitung für das Samsung Galaxy S findet ihr dazu hier. Auch SuperOneClick soll unrooten können, getested habe ich das jedoch nicht.

Installiert man ein CustomRom (ein Betriebssystem von der Community), wird in 90% der Fälle sowieso ein neuer und besserer Kernel vorher installiert, und damit wären wir auch schon beim zweiten Punkt.


2) Das Betriebssystem (ROM)


Das Betriebssystem eures Handys wirkt sich stark auf den Stromverbrauch der Schnittstellendienste wie Kamera, GPS, Bluetooth oder WLAN aus. Falls ihr beim Stock-Rom (von eurem Hersteller ausgelieferten ROM) bleiben wollt, dann solltet ihr auf die neueste Version updaten. Je nach Gerätetyp ist die aktuellste Android-Version sehr unterschiedlich; allgemein gilt: je höher die Version, desto besser die Energienutzung. Von daher - nutzt die Synchronisationssoftware (wie Samsung Kies), um auf der neuesten Version zu bleiben!

Ansonsten wechselt zu einem der Community Roms (Custom Roms). Zahlreiche Fixes in diesen Roms verbessern die Leistung eures Handys signifikant und senken oftmals gleichzeitig den Energieverbrauch. Der Unterschied ist beeindruckend.

Folgende Roms (Ausschnitt) haben sich hinsichtlich Schnelligkeit und Verbrauch bewährt:
Vom CyanogenMod muss ich leider abraten (obwohl diese ROM brilliant ist, ist ihr Akkuverbrauch sehr hoch).

Wie schon erwähnt, wird beim Installieren einer neuen ROM das Handy automatisch gerooted. Wer das nicht will, dem bleibt noch Punkt 3 und 4.


3) Das Verhalten von Apps und Programmen

...im Detail zu steuern, wäre viel zu aufwendig. Zum Glück gibt es gute Apps, die das übernehmen können. Sie steuern euren Datenstrom in sogenannten Polls - kurze Syncronisationszeiträume - und kappen die Datenverbindung dazwischen. Ebenso achten sie darauf, dass beispielsweise WLAN, GPS oder Bluetooth nicht angeschaltet sind, wenn ihr das Handy nicht benutzt. Durch diese Instrumente lassen sich deutliche Einsparungen erzielen, ohne dass etwas vom "Lifestyle" verloren geht - wenn man denn die App richtig konfiguriert.

Da wäre zum Beispiel die App Juice defender (auch hier im Market zu finden), die die Energieverwaltung eures Smartphones übernehmen kann und dies auch sehr gut tut. Mit der Ultimate Version (kostenpflichtige Version; es gibt Gerüchte, dass diese APK der App im Internet auch so zu finden sei) des Juice Defenders lässt sich eine sehr genaue Konfiguration de Energiemanagements erreichen. Es lohnt sich, die Einstellungen einmal genau durchzulesen und die passenden Einstellungen auszuwählen. Ein Einspareffekt von über 50 % Energieverbrauch ist keine Seltenheit.

Eine gute, die wichtigsten Punkte ansprechende Anleitung zur Konfiguration des Juice Defenders findet ihr hier.

Es gibt auch andere Batterysaver, der Juice Defender ist bisher für mich der verlässlichste.


4) Das Userverhalten

...trägt auch viel zum Verbrauch bei. Folgende Grafik zeigt das gut:
Picture
Stromverbrauch verschiedener Aktivitäten beim SGS II. Grafik von http://www.androidig.de
So verbraucht zum Beispiel die Kamera oder ein Foto sehr viel mehr Strom, als wenn man Musik hört.

Was wiederum bedeutet: wenn ich den ganzen Tag unterwegs bin, sollte ich Fotos mit dem Handy vermeiden. - Die moderneren Handys haben zum Glück bessere Akkulaufzeiten; aber das Verbrauchsverhalten seines Smartphones generell zu kennen, kann nicht schaden.

Wenn ihr irgendwelche Fragen habt, schreibt einen Kommentar oder eine PN...

29.11.11

Siri, Google und das Web - Teil 1



oder: Die wirkliche Bedeutung digitaler Spracherkennung...

Apples Siri in Aktion...


Professionelle Spracherkennungssoftware gibt es mittlerweile zuhauf - mit guter und weniger guter Performance. Auch Windows 7 beispielsweise verfügt über eine eingebaute Spracherkennung, mit der sich Windows im Prinzip vollständig steuern lässt. Was den heutigen Stand der Technik von der in Science-Fiction-Filmen gezeigten "Unterhaltungen" mit der Maschine unterscheidet, ist lediglich die Qualität der Reaktion oder der Antwort auf die Eingabe des Benutzers - reagiert der angesprochene PC mit science-fiction-ähnlicher intelligenter Kommunikation oder lediglich mit dem Ausführen eines Befehls? "Arbeitsplatz!" zu sagen und die von Zauberhand geöffnete Arbeitsfläche zu sehen, mag in den ersten Wochen mit der Benutzung einer Spracherkennungssoftware zwar aufregend neu sein - wird aber spielend getoppt von dem unheimlichen Gefühl, einer wirklichen "Intelligenz" gegenüber zu sitzen. Zumal die Sprache als Interface vielleicht noch nicht völlig ausgereift ist, aber viel Potential bietet und ähnlich direkt ist wie der mittlerweile zum Standardmerkmal gewordene Touchscreen, der vor einigen Jahren ebenso seine Kinderkrankheiten hatte.


Hinzu kommt, dass Spracherkennung nicht gleich Spracherkennung is.


Technische Herausforderungen - so gut wie gelöst


Prinzipiell gibt es bei der digitalen Spracherkennung zwei Hauptprobleme. 
Das erste ist: wie kann das gesprochene Wort akustisch sauber erfasst und korrekt in Text umgesetzt werden? Die Arbeitsschritte hierzu sind Vorerkennung (das klassische "Aufnehmen") und Erkennung (welche sinnvollen Wörter ergeben sich aus den Phonemen und Silben, welche Sätze aus den Wörtern).
Dieses erste Problem ist technischer Natur und heute schon sehr gut gelöst. Eine gute Spracherkennungssoftware hat eine hohe Erkennungsrate und Wortakkuratheit, so zum Beispiel Siri von Apple.
Craig Mundie, einer der Chefstrategen von Microsoft, kritisierte neulich in Forbes Magazine, dass Apple Siri als eine Neuerung für das Iphone 4S präsentieren würde, da dem Smartphone ansonsten jegliche größere Neuerung fehle.


Ich persönlich teile diese Meinung nicht, da Siri Maßstäbe setzt, was das zweite Hauptproblem von Spracherkennungssoftware angeht. Und die strategische Dimension dieser Komponente ist so grundlegend, dass man vermuten könnte, Mundie habe seine Kritik lediglich deshalb geäußert, um die Verbreitung von Siri zu unterbinden - zumal seine vorgeschlagene hauseigene Alternative"TellMe" nicht wirklich konkurrenzfähig ist. Warum?

Auch das hat mit dem zweiten Hauptproblem von Spracherkennung zu tun.


Kontexterkennung - oder: die Grenzen meiner Welt

Die aufgenommenen Worte und Sätze wollen nämlich sinnvoll interpretiert sein. Der Befehl "Suche die Datei XY und lösche sie" oder "Sende dieses Foto an meinen Bruder" setzt Kontextinformationen voraus. Wer ist der Bruder? Welche Datei soll gelöscht werden?
Die menschliche Sprache ist zutiefst kontextbedingt - schon auf den untersten Sprachebenen der Linguistik, bei den Variationen ist das charakteristisch. Und genau bei dieser Kontexterkennung setzt Siri Maßstäbe.

Ludwig Wittgenstein
Der österreichische Philosoph Ludwig Wittgenstein hat den Satz geprägt: "Die Grenzen meiner Sprache sind die Grenzen meiner Welt" - und Siri dehnt die eigenen maschinellen Sprach-Grenzen mithilfe des Internets und durch gezielte Nachfrage immer weiter aus, indem es die Sprache des Benutzers erlernt und Kontexte erfragt und speichert.
Wie Sascha Lobo in seinem Artikel auf Spiegel Online schön herausarbeitet, perfektioniert es damit die eigentliche Stärke sozialer Netzwerke - die Kontexterstellung. Facebook weiß, das Max und Moritz Freunde sind,beide Fans von Brezeln sind und Hänsel und Gretel als Hobby Wandern angegeben haben. Personalisierte Werbung kann effektiv platziert werden, davon lebt ja auch Google. Aber: herkömmliche soziale Netzwerke sind auf die Informationen angewiesen, die ihnen der User gibt - und dieser Vorgang ist ein hoffentlich bewusster.

Die Spracheingabe dagegen ist intuitiv und damit erst einmal meist unbewusst. Ein guter Zuhörer kann auch Kontexte erschließen, die nötig sind, oder fragt nach. Wenn Siri (noch) nicht weiß, wer Ihre Lieblingsband ist, fragt sie kontextsensitiv nach. Aus der Häufigkeit der Kontaktaufnahme mit gewissen Personen lässt sich eine soziale Landkarte erstellen. Weitere Möglichkeiten wie Laune, Geschlecht etc., die über die Stimme theoretisch erfassbar sind, sollen einmal außer Acht gelassen werden.

Alles wie bei Facebook, nur - es geschieht unterschwellig und unbemerkt. Siri ist nur dann effektiv, wenn es die empfangenen Kontextdaten benutzerspezifisch abspeichert und so die Welt des Benutzers immer mehr versteht.

Eine großes - bisher ungenutzes - Marktpotential  liegt nun in der Positionierung externer Angebote in die "Weltkarte" des  Benutzers. "Siri, wo ist eine gute Autowerkstatt?" Die Antwort entspricht einem Ranking. Über die Mechanismen dieses Rankings und wie man auf ihn Einfluss nehmen könnte, sind interessante Fragen, die in Zukunft sicher interessant werden.



Vorausgesetzt, die Sprache würde sich als Bedieninstrument durchsetzen.