26.03.14

Für X.

Part I  

- Für X. - 

Mir scheint, als wären Worte, die wir sagen,
nur Schritte in der Halle andrer Wesen.

Und könnten wir in aus ihren Spuren lesen,
wir würden auch ihr Stille-Stehn ertragen.

Was soll ich sagen, als das all mein Innen,
ein Bau von großen weiten Hallen ist?

Da ist ein Turm mit hohen schlanken Zinnen,
mit einer Uhr, die tiefe Stunden misst.

Und Flure sind da,  viele, viele Räume,
in denen ich mein Leben aufbewahre.

Dort hinten lagern Pläne, da die Träume,
wo ich nicht jedem Zutritt zu gewähre.

In manchen bin ich oft, in manchen kaum,
und manche Gäste sehen vieles nicht.

Weil ich nicht will, dass man den Traum
berührt, den ich verehre, liebe, und zerbricht.

- Da ist ein Raum mit kleiner brauner Tür,
verschlossen wohl, fast fremd, wie nicht von hier.

Doch dieses kleine Zimmer gehört noch immer dir.


28/03/2009 NB

04.05.13

Bewegung



Bewegung


So schöne Dinge geschehen
wenn die Zeit verstreicht
wir alte Freunde wiedersehen
Vertrautes und Fremdes zugleich

Worte, die Trost sind und Mut
ein alter Gruß reicht für Morgen
bewegt mein alterndes Blut
verscheucht für heut meine Sorgen

Und still steht mein Herz
Still steht mein Gedanke.

Dir ein Danke.

04/05/2013 NB

14.03.13

Stadt aus Liedern






Stadt aus Liedern


So geh ich durch die Straßen meiner Lieder
klopf an die Häuser an,  wir begegnen
den Lächeln in meinem Gesichtern wieder
und auf der Gasse fällt ein warmer Ton aus Regen.

Das Antlitz eines Engels in meinen Ohren,
von menschlicher Ahnung geformt,
aus Wissen, des Bewusstsein wir verloren,
mit einer Kunst, die wir fast blind erlernt.

Blitzende Ahnung der Bilder, doch kaum
vermag sie der Mensch zu deuten
Und wer erklärt ihm seinen tönern Traum,
wenn wir seit jeher Gottes Angesichte scheuten?

11.09.2012 // NB // 23:59

09.02.13

Standpunkt






Standpunkt


Und plötzlich scheint die ganze Welt dann still zu stehen
Die Spitze des Lebens balanciert auf einem Punkt
Und ich will mich nicht länger um euch drehen.
Wie bin ich nur an diesen Ort gelangt?

Rücke den löchrigen Panzer zurecht
Breite deine Waffen vor dir aus
Du bist nicht länger Knecht
Wirf alle Bindung hinaus

Warte nur, bleibe stehen
Welchen Weg willst
du denn gehen?

Es gibt nur Dich 
und mich
Und das
bin

Ich.




09.02.2013 // NB


15.08.12

Aufbegehren




Aufbegehren

Ich schaue zurück auf den Garten,
auf die Blüten aus Jugend und Leben,
gepflanzt zwischen Hoffen und Warten
 - zerrissen von Sturm, Blitz und Beben.

Was bleibt noch von dem, was ich baute -
kein Gedächtnis, nur Staub auf den Bildern, -
so wie ich die Dinge einst schaute -
die verlorene Zeiten mir schildern.

Es war doch gepflanzt an den Bächen.
Es war doch gewurzelt in Dir.
Muss denn jeder Baumstamm mir brechen?
Was treibt mich, - was suche ich hier?


15.08.2012// CrusNB



08.08.12

Google Now ab jetzt verfügbar viele gerootete ICS-Smartphones


 
Google Now! ist endlich verfügbar für viele gerootete Smartphones - nicht nur für die, die bereits JellyBean (Android 4.1.x) verwenden können, sondern auch solche, die (noch) auf IceCreamSandwich (ICS / Android 4.0.x) laufen.

In den XDA/Entwicklerforen sind zwei APKs aufgetaucht, die lauffähig und stabil sind für viele Geräte.

Welche Bedingungen gibt es für diese heiß erwartete App?

  • dein Smartphone muss unter ICS laufen
  • gerooted sein
  • eine Custom Recovery haben wie beispielsweise die ClockwordMod Recovery (ist bei so ziemlich allen Community-Roms der Fall)
  • und ein ARMv7-Gerät sein. Ob dein Gerät das ist? - Mithilfe dieser Liste kannst du es prüfen.
  • insgesamt benötigst du etwa 60 MB freien Speicher für Offline/Online-Version; wenn du die Online-Version nimmst, etwa 30 MB.
Wie geht man vor?

  1. Downloade die Zip. In diesem Thread findest du eine Vorstellung der aktuellen Versionen und aktuelle Links dazu unter "Flashable Zips". Ich empfehle die Mikeyxda's version 6 (Stand: 08.08.2012. Bei älteren Smartphones ist es sinnvoll, die Online-Version zu nehmen, da der interne Speicher oft nicht ausreicht.
  2. Kopiere die Datei in das Rootverzeichnis deines Handys (leicht zu finden).
  3. Reboote in die Recovery.
  4. Dort wähle "Install Zip from SD-Card".
  5. Als nächstes "Choose Zip from SD-Card"-  du gelangst ins Rootverzeichnis.
  6. Im Rootverzeichnis wählst du die Datei aus, die du eben kopiert hast und bestätigst deinen Installationswunsch.
  7. Wenn fertig, reboot!
Das war es im Prinzip schon. Es könnte geschehen, dass Berechtigungsprobleme auftreten. Um das gegen zu checken, folge der Anleitung von dem obigen Thread unter "Double Check". Du benötigst dazu einen rootfähígen File-Explorer wie den ES File Explorer beispielsweise oder den File Expert. Normalerweise müsste mit der App selber aber alle Rechte richtig zugeordnet sein.

Bei älteren Geräten kann es durchaus sein, dass der interne Speicher - wie schon oben erwähnt - nicht ausreicht; allgemein empfiehlt sich hier "App2SD" - darüber berichte ich demnächst.

Bei Fragen meldet euch. Viel Spaß mit Google Now! Was ihr mit dieser App alles anstellen könnt? Ein paar Anregungen hier: http://forum.xda-developers.com/showthread.php?t=1817640 

Quelle: XDA

31.07.12

Auf eine Zeit.



Auf eine Zeit.

Meine Hände spielten an den Bach -
gebückt, so sammelte ich Steine im Sand.
Und lief dem Lauf des Wassers tastend nach -
mit nackten Füßen erhielt ich meinen Stand.

Die Dinge, von den wir als Kinder träumten -
es bleibt uns die Erinnerung, gefunden.
- Denen wir einst nachgejagt und es versäumten,
sie für das Jetzt in unsren Herzen festzubinden.

Wie ein Moment, der ganz sich selbst verfällt;
Wie ein Moment, ganz ohne Angst und Leid.
Mit einem Augenblick erstaunt die Welt.

Das eingefangne Glück, und wie die Zeit
den Atem anhält,  nur für die Sekunde -
zeigt hinter unsre Horizonte weit...

 ...auf eine Zeit ganz ohne Tag und Stunde.



31.07.2012 // NB - Zu: How long - Dave Barnes

06.07.12

Lesenswerte Zitate von Kierkegaard



Ich habe heute nachmittag in einer Zitatendatenbank mehrere Zitate von Sören Kierkegaard gefunden, die ich so gut und erfrischend fand, das ich sie hier einfach einmal zusammen trage. Sie folgen keinem logische Zusammenhang und sind ohne Quellenangaben, sind aber samt und sonders lesenswert.


Allein im Bewusstsein der Sünde gibt es den Zugang zum Christentum, auf einem anderen Wege hineinkommen wollen ist Majestätsverbrechen gegen das Christentum.

Beten heißt nicht: sich selbst reden hören. Beten heißt: stille werden und stille sein und hören, bis der Betende Gott hört. 

Bist du ein Gelehrter, so gib Acht, dass du nicht über allem gelehrten Lesen vergessest, Gottes Wort zu lesen. Bist du ungelehrt, freue dich, dass du ohne Verzug Gottes Wort lesen kannst!

Das Christentum bedarf zuerst und vor allem dessen, dass ich lerne, wieso ich seiner bedarf.

Das Christentum ist keine Lehre sondern eine Existenz-Mitteilung. Christus hat keine Dozenten eingesetzt, sondern Nachfolger.

Das Evangelium weiß: das Verstehen kommt erst nach dem Gehorsam, nicht vorher.

Das Höchste, was ein Mensch vermag, ist, dass er sich von Gott helfen lassen kann. Gott dringend nötig zu haben, ist des Menschen höchste Vollkommenheit.

Das Ungeheure, das einem Menschen eingeräumt wird, ist die Wahl, die Freiheit.

Der Ernst ist eben, dass du und ich Sünder sind; der Ernst ist nicht die Sünde überhaupt, sondern des Ernstes Nachdruck liegt auf dem Sünder.

Die Aufgabe ist nicht, das Christentum vor den Menschen zu rechtfertigen; sie lautet, sich selbst vor dem Christentum zu rechtfertigen.

Die Bibel ist nicht dazu da, dass wir sie kritisieren, sondern dazu, dass sie uns kritisiert.

Die Christenheit hat Schluss gemacht mit dem Christentum, ohne das recht zu wissen.

Die meisten Menschen hasten so sehr dem Genuss nach, dass sie an ihm vorüberhasten.

Die rechte Nachfolge kommt nicht dadurch zustande, dass gepredigt wird: Du sollst Gott nachfolgen; sondern dadurch, dass man davon predigt, was Gott für mich getan hat. Begreift und empfindet ein Mensch dies recht tief und wahr, wie unendlich viel es ist, so folgt schon die Nachfolge. 

Die Unendlichkeit und das Ewige sind das einzig Gewisse.

Die Wahrheit hat allezeit viel Verkündiger gehabt, aber die Frage ist, ob ein Mensch im tiefsten Sinne die Wahrheit erkennen will, sie sein ganzes Wesen durchdringen lassen will, alle ihre Konsequenzen annimmt und nicht für den Notfall ein Schlupfloch für sich selbst und einen Judaskuss für die Konsequenz bereithalten will.

Dies ist eine der für das ganze Christentum entscheidendsten Bestimmungen, dass der Gegensatz zu Sünde nicht Tugend ist, sondern Glaube.

Ein Mensch ruht dann in der Vergebung der Sünde, wenn der Gedanke an Gott ihn nicht an die Sünde erinnert, sondern daran, dass sie vergeben ist.

Einer kann über das ganze Christentum Bescheid wissen, sofern er aber im Übrigen meint, sein eigenes persönliches Verhältnis zum Christentum sei gleichgültig, so ist er ein Heide.

Einmal war es so: Der Mensch verstand nur wenig, aber das Wenige bewegte ihn tief. Heute versteht er viel, aber es bewegt ihn nicht oder doch nur oberflächlich.

Es gibt etwas, wovon du nicht weißt, sondern was du dir sagen lassen musst, und was du glauben sollst: Du bist in Sünde empfangen, in Übertretung geboren; du bist von Geburt an ein Sünder, in der Gewalt des Teufels; falls du in diesem Zustande bleibst, ist dir die Hölle sicher. Da hat Gott in unendlicher Liebe eine Veranstaltung zu deiner Erlösung getroffen, hat seinen Sohn geboren werden, leiden und sterben lassen. Glaubst du das, dann wirst du ewig selig. Dies wird dir verkündigt, diese frohe Botschaft!

Es gilt, eine Wahrheit zu finden, die Wahrheit für mich sein kann, die Idee zu finden, für die ich leben und sterben will.

Es ist nicht das Seltene, dass einer verzweifelt ist; nein, das Seltene ist, das sehr Seltene, dass einer in Wahrheit es nicht ist.

Es ist nicht zu glauben, wie schlau und erfinderisch die Menschen sind, um der letzten Entscheidung zu entgehen.

Es muss alles gut werden, weil Christus auferstanden ist.

Falls nicht das Sündenbewusstsein einen Menschen treibt, so muss der Mensch verrückt sein, um sich mit dem Christentum einzulassen.

Ich denke, wenn ich einmal ein ernster Christ werde, dann werde ich mich am meisten darüber schämen, dass ich dies nicht früher geworden bin, sondern erst alles andere habe versuchen wollen.

Ich erkenne die Wahrheit nur dann, wenn sie in mir zum Leben erwacht.

In einem Theater brach hinter den Kulissen Feuer aus. Der Pierrot trat an die Rampe, um das Publikum davon zu unterrichten. Man glaubte, es sei ein Witz und applaudierte. Er wiederholte seine Mitteilung; man jubelte noch mehr. So, denke ich mir, wird die Welt eines Tages untergehen.

Wie wunderbar - wunderbar, dass gerade der, der Hilfe bringen kann, dass gerade der sagt: Kommet her!

Wir sind verlorener, als wir zugeben wollen, und wir sind tiefer erlöst, als wir zu hoffen wagen. 


Danke fürs Durchlesen!

14.06.12

Gedankenzeichen






Gedankenzeichen

(zu "Perfect Darkness"/"Foot in the Door" - Fink)

Letzter süßer Schluck
aus meiner Tasse Kaffee
während die Banalität des Lebens und Leidens
an meiner Hängematte vorüberzieht.

Wortklänge und Klangworte richten mich auf
so kann ich stehend den Untergang sehen
von Illusionen und Träumen, die man hatte
und verliert, wie Kinder zu Grabe trägt.

Kraftvoller Punkt.

Der Kaffeering gräbt sich auf dem Schreibtisch ein,
die lächerlichen Jahresringe eines Alltags.
Oft auf der Jagd nach Inspiration
zwischen Stau auf der Autobahn und LCDs

Unverbindlicher Bindestrich  - 

- und doch hat jedes Zeichen seinen Sinn,
der nicht stimmig sein muss.
Jahrzehntelang schärfen wir die Gabe der Mustererkennung
und erschauen das eigene Leben nicht.

Die Fragen bleiben, 
die Antworten auch; 
sie finden aber selten zusammen, 
wozu auch,

Überraschend abschließendes Komma,

wenn die Pointe dieses Lebens erst klar wurde, nachdem der Witz schon erzählt ist - .



 

14.06.2012 // CrusNB

25.05.12

Apokalypse


 



Apokalypse

Als die letzten Lichter fielen
und sich in Schweigen die Welt einhüllte
senkte sich eine stumme Erkenntnis über die Himmel
Diese Welt wird so nie wieder sein

Und das wäre die bittre Erkenntnis
wenn uns nicht das Blätterfallen lehrte
das eine Hand das Fallen unergründlich hält
und sich das Heute verwandeln wird in ein Immer

Wo suchen wir unser Licht und was
bringt uns zum Schweigen, unsere vorlaute Rede -
Wahrheit erkennt nur das Herz, wo sucht es? -
wo endet mein Horizont nach so vielen Tagen?

Wenn die Zeit, dieses Heute, hineinfällt
wie ein Sandkorn im Strand sich verliert
im Anblick von Meer, den Wäldern, Gebirge
die eine neue Welt uns bereithält

und Dein Herz uns Erkenntnis lehrt.



NB
25.05.2012

03.05.12

Zu Allie Moss - Late Bloomer


 

Zu Allie Moss - Late Bloomer


Hülle mein Weinen in deine Lieder
Drücke den Abdruck der Schönheit in den Sand meiner Seele
Und flüstere es leise einmal wieder:
Vergib mir, liebe Seele, dass ich dich so quäle.-

Erstarkende Töne und Reime
Löcher der Seele und Licht, Gedanken voll Blut.
Ich binde mein Boot von der Leine
Und fahre ins Nichts. Die Ruhe tut gut.

Und finde in dem Wasser Lieder treiben
Beginne ihre Worte aufzuschreiben
Nehme diese Strophen mit an Land
Wo ich sie am nächsten Morgen fand.

Unverständlich - und mir doch bekannt.


 NB
03.05.2012 20:50

08.03.12

Vorfreude





Vorfreude


Ein Sonnenball zerhüpft von Dach zu Dach
die Spur aus Licht und warmen Tropfenflecken
Schon gehe ich gedankentastend nach
es ist wie ein sekündliches Entdecken

Im Frühling hält die Zeit an und vergibt
ganz ohne Zaudern zahlreiche Geschenke
ich fühle, wie das Leben wieder liebt
ich spüre, dass ich wieder leichter denke.-

Von den Hügeln, da purzeln hinunter am Spätnachmittag
die Bälle aus Licht und Sommergedanken
und trafen mich, der ich dort unten lag
und brachten meinen Alltags-Tag ins Wanken -

Für all die Schönheit möchte ich Dir danken.




08.03.2012 // NB

05.03.12

Pimp my Android - Teil 1: Der Akku

Pimp my Android - Teil 1: Der Akku

Man kennt das - man ist unterwegs, checkt kurz seine Mail oder schaut mit Google Maps schnell nach dem Weg, und schon wieder scheint der Akku um 10 % gefallen zu sein. Der Akku ist bei den meisten Smartphones (abgesehen von den Blackberrys) eine ziemliche Schwachstelle. Viele namhafte Hersteller arbeiten bei neuen Modellen an diesem Problem, aber bis dahin will ich heute euch einige Möglichkeiten aufzeigen, mit denen ihr die Akkulaufzeit wirklich bedeutend verlängern könnt.
Technische Angaben beziehen sich hierbei auf das Samung Galaxy S als das zurzeit am meisten verkaufte Android Smartphone - die Ausführungen gelten aber im Prinzip für jedes Android-Handy und sind sehr einfach übertragbar.

Es gibt drei wesentliche Punkte, mit denen ihr die Akkulaufzeit oder den "Drain" eures Handys verbessern könnt:

1) Der Kernel (30 %)
2) Das Betriebssystem (ROM) (30 %)
3) Das Verhalten von Apps und Programmen (40 %)
4) Das Userverhalten ( kann sehr unterschiedlich sein)


Prinzipiell gilt: Je schneller ein Handy und je hübscher die Oberfläche, desto hungriger der Akku (meistens). Zum Glück gibt es aber auch geniale Kombinationen, wo das nicht zutrifft und die Entwickler ganze Arbeit geleistet haben.


1) Der Kernel

Wenn ihr euer Handy definitiv nicht rooten wollt, weil ihr den Garantieverlust dadurch fürchtet, könnt ihr direkt zu Punkt 2) springen - wer neugierig ist, kann weiterlesen.

Der Kernel hat direkten Zugriff auf die Hardware und ist die unterste Schicht des Betriebssystems. Der von Samsung ausgelieferte Stock-Kernel  (Originalkernel) ist in vielen Punkten verbesserungswürdig, was Stabilität, Geschwindigkeit und Stromverbrauch angeht. Es gibt viele unterschiedliche Kernel; manche davon sind aber in ALLEN Bereichen gleichzeitig besser als der Stock-Kernel.

Dazu gehören meiner Erfahrung nach zum Beispiel:

Eine sehr gute Auflistung möglicher Kernel findet ihr hier.

Bedingung: Euer Handy muss gerootet sein! Am einfachsten geht das mit dem Tool SuperOneClick oder aber: ihr installiert den Kernel via Odin (ein ebenfalls sehr nützliches Tool), danach ist euer Handy in fast allen Fällen sowieso gerooted.

Darüber müsst ihr euch im Klaren sein - denn offiziell geht damit eure Garantie verloren. Trotzdem kann ich zu diesem Schritt nur raten - der Performanceboost gerooteter Handy ist eindrucksvoll und Android in sich sehr stabil  konstruiert - sein Handy zu "bricken" (nichts geht mehr) muss fast schon mutwillig versucht werden.
Hält man sich an die jeweiligenAnleitungen, kann eigentlich nichts schiefgehen. Zur Not lässt sich ein Handy auch wieder "unrooten", indem man beispielsweise die Standart-Firmware erneut installiert. Eine Anleitung für das Samsung Galaxy S findet ihr dazu hier. Auch SuperOneClick soll unrooten können, getested habe ich das jedoch nicht.

Installiert man ein CustomRom (ein Betriebssystem von der Community), wird in 90% der Fälle sowieso ein neuer und besserer Kernel vorher installiert, und damit wären wir auch schon beim zweiten Punkt.


2) Das Betriebssystem (ROM)


Das Betriebssystem eures Handys wirkt sich stark auf den Stromverbrauch der Schnittstellendienste wie Kamera, GPS, Bluetooth oder WLAN aus. Falls ihr beim Stock-Rom (von eurem Hersteller ausgelieferten ROM) bleiben wollt, dann solltet ihr auf die neueste Version updaten. Je nach Gerätetyp ist die aktuellste Android-Version sehr unterschiedlich; allgemein gilt: je höher die Version, desto besser die Energienutzung. Von daher - nutzt die Synchronisationssoftware (wie Samsung Kies), um auf der neuesten Version zu bleiben!

Ansonsten wechselt zu einem der Community Roms (Custom Roms). Zahlreiche Fixes in diesen Roms verbessern die Leistung eures Handys signifikant und senken oftmals gleichzeitig den Energieverbrauch. Der Unterschied ist beeindruckend.

Folgende Roms (Ausschnitt) haben sich hinsichtlich Schnelligkeit und Verbrauch bewährt:
Vom CyanogenMod muss ich leider abraten (obwohl diese ROM brilliant ist, ist ihr Akkuverbrauch sehr hoch).

Wie schon erwähnt, wird beim Installieren einer neuen ROM das Handy automatisch gerooted. Wer das nicht will, dem bleibt noch Punkt 3 und 4.


3) Das Verhalten von Apps und Programmen

...im Detail zu steuern, wäre viel zu aufwendig. Zum Glück gibt es gute Apps, die das übernehmen können. Sie steuern euren Datenstrom in sogenannten Polls - kurze Syncronisationszeiträume - und kappen die Datenverbindung dazwischen. Ebenso achten sie darauf, dass beispielsweise WLAN, GPS oder Bluetooth nicht angeschaltet sind, wenn ihr das Handy nicht benutzt. Durch diese Instrumente lassen sich deutliche Einsparungen erzielen, ohne dass etwas vom "Lifestyle" verloren geht - wenn man denn die App richtig konfiguriert.

Da wäre zum Beispiel die App Juice defender (auch hier im Market zu finden), die die Energieverwaltung eures Smartphones übernehmen kann und dies auch sehr gut tut. Mit der Ultimate Version (kostenpflichtige Version; es gibt Gerüchte, dass diese APK der App im Internet auch so zu finden sei) des Juice Defenders lässt sich eine sehr genaue Konfiguration de Energiemanagements erreichen. Es lohnt sich, die Einstellungen einmal genau durchzulesen und die passenden Einstellungen auszuwählen. Ein Einspareffekt von über 50 % Energieverbrauch ist keine Seltenheit.

Eine gute, die wichtigsten Punkte ansprechende Anleitung zur Konfiguration des Juice Defenders findet ihr hier.

Es gibt auch andere Batterysaver, der Juice Defender ist bisher für mich der verlässlichste.


4) Das Userverhalten

...trägt auch viel zum Verbrauch bei. Folgende Grafik zeigt das gut:
Picture
Stromverbrauch verschiedener Aktivitäten beim SGS II. Grafik von http://www.androidig.de
So verbraucht zum Beispiel die Kamera oder ein Foto sehr viel mehr Strom, als wenn man Musik hört.

Was wiederum bedeutet: wenn ich den ganzen Tag unterwegs bin, sollte ich Fotos mit dem Handy vermeiden. - Die moderneren Handys haben zum Glück bessere Akkulaufzeiten; aber das Verbrauchsverhalten seines Smartphones generell zu kennen, kann nicht schaden.

Wenn ihr irgendwelche Fragen habt, schreibt einen Kommentar oder eine PN...

29.11.11

Siri, Google und das Web - Teil 1



oder: Die wirkliche Bedeutung digitaler Spracherkennung...

Apples Siri in Aktion...


Professionelle Spracherkennungssoftware gibt es mittlerweile zuhauf - mit guter und weniger guter Performance. Auch Windows 7 beispielsweise verfügt über eine eingebaute Spracherkennung, mit der sich Windows im Prinzip vollständig steuern lässt. Was den heutigen Stand der Technik von der in Science-Fiction-Filmen gezeigten "Unterhaltungen" mit der Maschine unterscheidet, ist lediglich die Qualität der Reaktion oder der Antwort auf die Eingabe des Benutzers - reagiert der angesprochene PC mit science-fiction-ähnlicher intelligenter Kommunikation oder lediglich mit dem Ausführen eines Befehls? "Arbeitsplatz!" zu sagen und die von Zauberhand geöffnete Arbeitsfläche zu sehen, mag in den ersten Wochen mit der Benutzung einer Spracherkennungssoftware zwar aufregend neu sein - wird aber spielend getoppt von dem unheimlichen Gefühl, einer wirklichen "Intelligenz" gegenüber zu sitzen. Zumal die Sprache als Interface vielleicht noch nicht völlig ausgereift ist, aber viel Potential bietet und ähnlich direkt ist wie der mittlerweile zum Standardmerkmal gewordene Touchscreen, der vor einigen Jahren ebenso seine Kinderkrankheiten hatte.


Hinzu kommt, dass Spracherkennung nicht gleich Spracherkennung is.


Technische Herausforderungen - so gut wie gelöst


Prinzipiell gibt es bei der digitalen Spracherkennung zwei Hauptprobleme. 
Das erste ist: wie kann das gesprochene Wort akustisch sauber erfasst und korrekt in Text umgesetzt werden? Die Arbeitsschritte hierzu sind Vorerkennung (das klassische "Aufnehmen") und Erkennung (welche sinnvollen Wörter ergeben sich aus den Phonemen und Silben, welche Sätze aus den Wörtern).
Dieses erste Problem ist technischer Natur und heute schon sehr gut gelöst. Eine gute Spracherkennungssoftware hat eine hohe Erkennungsrate und Wortakkuratheit, so zum Beispiel Siri von Apple.
Craig Mundie, einer der Chefstrategen von Microsoft, kritisierte neulich in Forbes Magazine, dass Apple Siri als eine Neuerung für das Iphone 4S präsentieren würde, da dem Smartphone ansonsten jegliche größere Neuerung fehle.


Ich persönlich teile diese Meinung nicht, da Siri Maßstäbe setzt, was das zweite Hauptproblem von Spracherkennungssoftware angeht. Und die strategische Dimension dieser Komponente ist so grundlegend, dass man vermuten könnte, Mundie habe seine Kritik lediglich deshalb geäußert, um die Verbreitung von Siri zu unterbinden - zumal seine vorgeschlagene hauseigene Alternative"TellMe" nicht wirklich konkurrenzfähig ist. Warum?

Auch das hat mit dem zweiten Hauptproblem von Spracherkennung zu tun.


Kontexterkennung - oder: die Grenzen meiner Welt

Die aufgenommenen Worte und Sätze wollen nämlich sinnvoll interpretiert sein. Der Befehl "Suche die Datei XY und lösche sie" oder "Sende dieses Foto an meinen Bruder" setzt Kontextinformationen voraus. Wer ist der Bruder? Welche Datei soll gelöscht werden?
Die menschliche Sprache ist zutiefst kontextbedingt - schon auf den untersten Sprachebenen der Linguistik, bei den Variationen ist das charakteristisch. Und genau bei dieser Kontexterkennung setzt Siri Maßstäbe.

Ludwig Wittgenstein
Der österreichische Philosoph Ludwig Wittgenstein hat den Satz geprägt: "Die Grenzen meiner Sprache sind die Grenzen meiner Welt" - und Siri dehnt die eigenen maschinellen Sprach-Grenzen mithilfe des Internets und durch gezielte Nachfrage immer weiter aus, indem es die Sprache des Benutzers erlernt und Kontexte erfragt und speichert.
Wie Sascha Lobo in seinem Artikel auf Spiegel Online schön herausarbeitet, perfektioniert es damit die eigentliche Stärke sozialer Netzwerke - die Kontexterstellung. Facebook weiß, das Max und Moritz Freunde sind,beide Fans von Brezeln sind und Hänsel und Gretel als Hobby Wandern angegeben haben. Personalisierte Werbung kann effektiv platziert werden, davon lebt ja auch Google. Aber: herkömmliche soziale Netzwerke sind auf die Informationen angewiesen, die ihnen der User gibt - und dieser Vorgang ist ein hoffentlich bewusster.

Die Spracheingabe dagegen ist intuitiv und damit erst einmal meist unbewusst. Ein guter Zuhörer kann auch Kontexte erschließen, die nötig sind, oder fragt nach. Wenn Siri (noch) nicht weiß, wer Ihre Lieblingsband ist, fragt sie kontextsensitiv nach. Aus der Häufigkeit der Kontaktaufnahme mit gewissen Personen lässt sich eine soziale Landkarte erstellen. Weitere Möglichkeiten wie Laune, Geschlecht etc., die über die Stimme theoretisch erfassbar sind, sollen einmal außer Acht gelassen werden.

Alles wie bei Facebook, nur - es geschieht unterschwellig und unbemerkt. Siri ist nur dann effektiv, wenn es die empfangenen Kontextdaten benutzerspezifisch abspeichert und so die Welt des Benutzers immer mehr versteht.

Eine großes - bisher ungenutzes - Marktpotential  liegt nun in der Positionierung externer Angebote in die "Weltkarte" des  Benutzers. "Siri, wo ist eine gute Autowerkstatt?" Die Antwort entspricht einem Ranking. Über die Mechanismen dieses Rankings und wie man auf ihn Einfluss nehmen könnte, sind interessante Fragen, die in Zukunft sicher interessant werden.



Vorausgesetzt, die Sprache würde sich als Bedieninstrument durchsetzen.