Technische
Angaben beziehen sich hierbei auf das Samung Galaxy S als das zurzeit
am meisten verkaufte Android Smartphone - die Ausführungen gelten aber
im Prinzip für jedes Android-Handy und sind sehr einfach übertragbar.
Es gibt drei wesentliche Punkte, mit denen ihr die Akkulaufzeit oder den "Drain" eures Handys verbessern könnt:
1) Der Kernel (30 %)
2) Das Betriebssystem (ROM) (30 %)
3) Das Verhalten von Apps und Programmen (40 %)
4) Das Userverhalten ( kann sehr unterschiedlich sein)
Prinzipiell
gilt: Je schneller ein Handy und je hübscher die Oberfläche, desto
hungriger der Akku (meistens). Zum Glück gibt es aber auch geniale
Kombinationen, wo das nicht zutrifft und die Entwickler ganze Arbeit
geleistet haben.
1) Der Kernel
Wenn
ihr euer Handy definitiv nicht rooten wollt, weil ihr den
Garantieverlust dadurch fürchtet, könnt ihr direkt zu Punkt 2) springen -
wer neugierig ist, kann weiterlesen.
Der
Kernel hat direkten Zugriff auf die Hardware und ist die unterste
Schicht des Betriebssystems. Der von Samsung ausgelieferte Stock-Kernel
(Originalkernel) ist in vielen Punkten verbesserungswürdig, was
Stabilität, Geschwindigkeit und Stromverbrauch angeht. Es gibt viele
unterschiedliche Kernel; manche davon sind aber in ALLEN Bereichen
gleichzeitig besser als der Stock-Kernel.
Dazu gehören meiner Erfahrung nach zum Beispiel:
Eine sehr gute Auflistung möglicher Kernel findet ihr
hier.
Bedingung: Euer Handy muss gerootet sein! Am einfachsten geht das mit dem Tool
SuperOneClick
oder aber: ihr installiert den Kernel via Odin (ein ebenfalls sehr
nützliches Tool), danach ist euer Handy in fast allen Fällen sowieso
gerooted.
Darüber müsst ihr euch im
Klaren sein - denn offiziell geht damit eure Garantie verloren. Trotzdem
kann ich zu diesem Schritt nur raten - der Performanceboost gerooteter
Handy ist eindrucksvoll und Android in sich sehr stabil konstruiert -
sein Handy zu "bricken" (nichts geht mehr) muss fast schon mutwillig
versucht werden.
Hält man sich an die
jeweiligenAnleitungen, kann eigentlich nichts schiefgehen. Zur Not lässt
sich ein Handy auch wieder "unrooten", indem man beispielsweise die
Standart-Firmware erneut installiert. Eine Anleitung für das Samsung
Galaxy S findet ihr dazu
hier. Auch SuperOneClick soll unrooten können, getested habe ich das jedoch nicht.
Installiert
man ein CustomRom (ein Betriebssystem von der Community), wird in 90%
der Fälle sowieso ein neuer und besserer Kernel vorher installiert, und
damit wären wir auch schon beim zweiten Punkt.
2) Das Betriebssystem (ROM)
Das Betriebssystem eures Handys
wirkt sich stark auf den Stromverbrauch der Schnittstellendienste wie
Kamera, GPS, Bluetooth oder WLAN aus. Falls ihr beim Stock-Rom (von
eurem Hersteller ausgelieferten ROM) bleiben wollt, dann solltet ihr auf
die neueste Version updaten. Je nach Gerätetyp ist die aktuellste
Android-Version sehr unterschiedlich; allgemein gilt: je höher die
Version, desto besser die Energienutzung. Von daher - nutzt die
Synchronisationssoftware (wie Samsung Kies), um auf der neuesten Version
zu bleiben!
Ansonsten wechselt zu einem der Community Roms
(Custom Roms). Zahlreiche Fixes in diesen Roms verbessern die Leistung
eures Handys signifikant und senken oftmals gleichzeitig den Energieverbrauch. Der Unterschied ist beeindruckend.
Folgende Roms (Ausschnitt) haben sich hinsichtlich Schnelligkeit und Verbrauch bewährt:
Vom CyanogenMod muss ich leider abraten (obwohl diese ROM brilliant ist, ist ihr Akkuverbrauch sehr hoch).
Wie
schon erwähnt, wird beim Installieren einer neuen ROM das Handy
automatisch gerooted. Wer das nicht will, dem bleibt noch Punkt 3 und 4.
3) Das Verhalten von Apps und Programmen
...im Detail zu steuern, wäre viel zu aufwendig. Zum Glück gibt es gute Apps, die das übernehmen
können. Sie steuern euren Datenstrom in sogenannten Polls - kurze
Syncronisationszeiträume - und kappen die Datenverbindung dazwischen.
Ebenso achten sie darauf, dass beispielsweise WLAN, GPS oder Bluetooth
nicht angeschaltet sind, wenn ihr das Handy nicht benutzt. Durch diese
Instrumente lassen sich deutliche Einsparungen erzielen, ohne dass etwas
vom "Lifestyle" verloren geht - wenn man denn die App richtig
konfiguriert.
Da wäre zum Beispiel die App
Juice defender (auch
hier im
Market zu finden), die die Energieverwaltung eures Smartphones
übernehmen kann und dies auch sehr gut tut. Mit der Ultimate Version
(kostenpflichtige Version; es gibt Gerüchte, dass diese APK der App im
Internet auch so zu finden sei) des Juice Defenders lässt sich eine sehr
genaue Konfiguration de Energiemanagements erreichen. Es lohnt sich,
die Einstellungen einmal genau durchzulesen und die passenden
Einstellungen auszuwählen. Ein Einspareffekt von über 50 %
Energieverbrauch ist keine Seltenheit.
Eine gute, die wichtigsten Punkte ansprechende Anleitung zur Konfiguration des Juice Defenders findet ihr
hier.
Es gibt auch andere Batterysaver, der Juice Defender ist bisher für mich der verlässlichste.
4) Das Userverhalten
...trägt auch viel zum Verbrauch bei. Folgende Grafik zeigt das gut:
So verbraucht zum Beispiel die Kamera oder ein Foto sehr viel mehr Strom, als wenn man Musik hört.
Was
wiederum bedeutet: wenn ich den ganzen Tag unterwegs bin, sollte ich
Fotos mit dem Handy vermeiden. - Die moderneren Handys haben zum Glück
bessere Akkulaufzeiten; aber das
seines Smartphones generell zu kennen, kann nicht schaden.
Wenn ihr irgendwelche Fragen habt, schreibt einen Kommentar oder eine PN...